Was ist MateIt?

MateIt ist eine App für zwei Personen, die sich gemeinsam etwas vornehmen. Ihr startet eine Challenge, tragt jeden Tag ein, was ihr geschafft habt, und seht beide denselben Stand. Für iPhone und Android.

Auf einen Blick

  • Was es ist – eine App, in der genau zwei Personen eine Gewohnheit über einen festgelegten Zeitraum durchziehen.
  • Wer mitmacht – du und eine Person deiner Wahl. Hast du niemanden, findest du im Marktplatz jemanden.
  • Was du tust – eintragen, was du geschafft hast. Mehr Aufwand ist es nicht.
  • Was du siehst – deinen Stand, den deines Partners und die Zahl der Tage, die ihr am Stück durchhaltet.
  • Geräte – iPhone und Android. Dein Partner kann auf dem jeweils anderen System sein.
  • Preis – kostenlos nutzbar. Premium schaltet Foto- und Video-Beweise sowie mehrere Challenges gleichzeitig frei.

Wofür die App gedacht ist

Für Vorhaben, die sich wiederholen und über Wochen laufen: trainieren, lernen, lesen, weniger Handy, kein Alkohol, Geld zurücklegen. Alles, was sich zählen oder abhaken lässt, passt hinein.

Nicht gedacht ist MateIt für einmalige Aufgaben, Termine oder Einkaufslisten. Dafür sind Kalender und To-do-Apps besser.

Wie eine Challenge abläuft

  1. Challenge anlegen. Du beantwortest fünf Fragen: Dauer, Ziel, Modus, Beweis, Einsatz. Daraus entstehen die Regeln, die für euch beide gelten.
  2. Partner dazuholen. Die App erzeugt einen sechsstelligen Code, den du an jemanden schickst, den du kennst. Alternativ stellst du die Challenge in den Marktplatz oder trittst dort einer offenen bei.
  3. Eintragen. Jeder trägt ein, was er geschafft hat – bei aktiviertem Beweis mit Foto oder Video, das der andere prüfen und ablehnen kann. Beide sehen jeden Eintrag sofort.
  4. Beenden. Am Ende der Laufzeit oder beim Erreichen des Ziels wertet die App aus: Stand, durchgehaltene Tage und der vereinbarte Einsatz. Vorzeitig beenden könnt ihr nur zusammen – einer schlägt vor, der andere stimmt zu.

Steigt dein Partner aus, verschwindet die Challenge nicht. Du siehst, dass er ausgestiegen ist, und entscheidest, ob du allein weitermachst oder abschließt. Deine Einträge und deine Tage bleiben erhalten.

Alle fünf Schritte im Detail

Was ihr selbst festlegt

  • Dauer – ohne Enddatum, feste Laufzeit oder so lange, bis ein Ziel erreicht ist.
  • Ziel – eine Anzahl, etwa 1.000 Klimmzüge, oder ein einzelnes Ereignis, etwa einen Marathon zu laufen.
  • Modus – Battle: wer mehr macht, gewinnt. Target: beide müssen dieselbe Vorgabe erfüllen, etwa dreimal pro Woche trainieren.
  • Beweis – auf Vertrauen oder mit Foto beziehungsweise Video zu jedem Eintrag.
  • Einsatz – nichts, eine Belohnung für den Sieger, eine Strafe für den Verlierer oder beides.

Was die App übernimmt

  • Zählen – Punktestand beider Seiten, was heute schon eingetragen wurde und wie viele Tage am Stück zusammengekommen sind.
  • Erinnern – Nachrichten, wenn dein Partner eingetragen hat, ein Beweis zur Prüfung liegt oder dein Tag fast vorbei ist. In den Einstellungen legst du fest, welche davon du bekommst.
  • Chat – eine Unterhaltung je Challenge, für Absprachen, Beweise und Vorschläge zum Beenden.
  • Marktplatz – offene Challenges anderer Nutzer nach Kategorie sortiert, mit Nachricht vor dem Beitreten.
  • Auswertung – am Ende eine Übersicht über Ergebnis, durchgehaltene Tage und Einsatz.

Warum das funktioniert

Vorsätze scheitern selten am ersten Tag, sondern nach ein paar Tagen, wenn niemand nachfragt. Die Verhaltensforschung hat untersucht, was dagegen hilft. Die sechs Punkte, die dabei am besten belegt sind, bestimmen den Aufbau der App.

Fortschritt festhalten und zeigen

Wer seinen Fortschritt regelmäßig festhält, erreicht Ziele häufiger. Eine Auswertung von 138 Studien mit rund 19.000 Teilnehmern kommt zu dem Ergebnis, dass die Wirkung größer ausfällt, wenn der Fortschritt aufgeschrieben oder einer anderen Person berichtet wird. Ein Eintrag in MateIt ist beides zugleich.

Harkin u. a. (2016), Psychological Bulletin.

Eine Zusage wiegt schwerer als ein Vorsatz

In einer Untersuchung mit 267 Teilnehmern erreichten diejenigen ihre Ziele deutlich öfter, die sie schriftlich festhielten und einem Freund wöchentlich über ihren Stand berichteten – verglichen mit denen, die nur darüber nachdachten. Die Studie ist klein und wurde auf einer Fachtagung vorgestellt, nicht in einem Fachjournal geprüft. Sie ist ein Hinweis, kein Beweis.

Matthews (2015), Dominican University of California.

Zu zweit hält es länger

In einer Studie zur Gewichtsabnahme meldeten sich die einen allein an, die anderen zusammen mit Freunden und mit Anreizen, die für alle Beteiligten galten. Nach sechs Monaten hatten 66 Prozent der gemeinsam Angemeldeten ihr Ergebnis gehalten, gegenüber 24 Prozent der allein Angemeldeten.

Wing und Jeffery (1999), Journal of Consulting and Clinical Psychology.

Ein Einsatz macht das Aufhören teuer

Verluste wiegen für die meisten Menschen schwerer als gleich große Gewinne. Raucher, die eigenes Geld hinterlegten und es bei einem Rückfall verloren, hörten in einer Feldstudie messbar häufiger auf als die Vergleichsgruppe. Der Einsatz in MateIt nutzt denselben Mechanismus – ihr entscheidet selbst, ob und worum es geht.

Giné, Karlan und Zinman (2010), American Economic Journal: Applied Economics; Kahneman und Tversky (1979), Econometrica.

Wiederholung braucht Zeit

Bis ein neues Verhalten von selbst läuft, vergingen in einer Alltagsstudie im Mittel gut zwei Monate, je nach Person und Vorhaben zwischen 18 und 254 Tagen. Ein einzelner ausgelassener Tag warf dabei niemanden zurück. Deshalb zählt MateIt Tage und macht diese Anfangszeit sichtbar, statt sie zu überspringen.

Lally u. a. (2010), European Journal of Social Psychology.

Klare Regeln statt guter Absicht

Wer vorher festlegt, wann, wo und wie oft er etwas tut, setzt sein Vorhaben häufiger um als wer es sich allgemein vornimmt. Eine Auswertung von 94 Studien zeigt dafür einen mittleren bis großen Effekt. In MateIt entstehen diese Festlegungen beim Erstellen der Challenge und gelten danach für beide.

Gollwitzer und Sheeran (2006), Advances in Experimental Social Psychology.

Die genannten Studien beziehen sich auf bestimmte Gruppen und Ziele. Sie zeigen, dass diese Mechanismen wirken – nicht, dass du dein Ziel damit sicher erreichst. Die App gibt euch die Struktur; eintragen müsst ihr selbst.

Was MateIt nicht ist

  • Kein soziales Netzwerk – es gibt keine Follower, keine Likes und keinen Feed.
  • Keine Gruppen-App – eine Challenge hat immer genau zwei Teilnehmer.
  • Kein automatischer Tracker – die App misst nichts selbst und ist mit keiner Uhr und keiner Gesundheits-App verbunden. Was zählt, trägst du ein.
  • Keine medizinische oder therapeutische Hilfe – bei Suchterkrankungen, Essstörungen oder psychischer Belastung ist ärztliche oder therapeutische Unterstützung der richtige Weg.

Für wen es gemacht ist

Für zwei Menschen, die sich kennen: Freunde, Geschwister, Paare, Mitbewohner, Kollegen. Und für alle, die schon oft angefangen und genauso oft wieder aufgehört haben.

Was MateIt kostet

Quellen

  • Harkin, B. u. a. (2016): Does monitoring goal progress promote goal attainment? A meta-analysis of the experimental evidence. Psychological Bulletin 142(2), 198–229.
  • Matthews, G. (2015): Goals Research Summary. Dominican University of California, 267 Teilnehmer.
  • Wing, R. R. und Jeffery, R. W. (1999): Benefits of recruiting participants with friends and increasing social support for weight loss and maintenance. Journal of Consulting and Clinical Psychology 67(1), 132–138.
  • Giné, X., Karlan, D. und Zinman, J. (2010): Put your money where your butt is: a commitment contract for smoking cessation. American Economic Journal: Applied Economics 2(4), 213–235.
  • Kahneman, D. und Tversky, A. (1979): Prospect Theory: An Analysis of Decision under Risk. Econometrica 47(2), 263–291.
  • Lally, P. u. a. (2010): How are habits formed: Modelling habit formation in the real world. European Journal of Social Psychology 40(6), 998–1009.
  • Gollwitzer, P. M. und Sheeran, P. (2006): Implementation intentions and goal achievement: A meta-analysis of effects and processes. Advances in Experimental Social Psychology 38, 69–119.
Laden im App Store Jetzt bei Google Play
Zurück zur Startseite